
DIE HOCHGEBIRGSSCHULE SOLL GESCHLOSSEN UND ABGERISSEN WERDEN!!
Die Eigentümer (Naturfreunde Österreich) haben die Absicht, nach Ende der Saison 2009 die Prof.-Fritz-Moravec-Hochgebirgsschule Glockner Kaprun zu schließen!
Wir - die Freunde und Mitarbeiter, die seit vielen Jahren und Jahrzehnten viel Zeit und Engagement in dieses einzigartige Projekt eingebracht haben - sind darüber bestürzt, zumal es keinen vernünftigen Grund dafür gibt - schon gar keinen finanziellen: Aus den laufenden Einnahmen können sowohl der Betrieb als auch die Instandhaltung und weitere Verbesserungen problemlos finanziert werden. (Link: Wir über uns)
Wir wollen alles unternehmen, den weiteren Bestand der Hochgebirgsschule zu erreichen, und bitten um Ihre/Deine Unterstützung:
Bitte die Unterschriftenliste ausdrucken, recht zahlreich unterschreiben und senden an:
DI Josef Gebauer
Wickhoffgasse 17
1150 Wien
Österreich
oder kkotzian@gmail.com oder chef@druckerei-gebauer.at
Replik auf die von den Naturfreunden Österreich verbreitete Stellungnahme des Präsidiums:
Naturfreunde
Hochgebirgsschule Glockner-Kaprun
Stellungnahme des Präsidiums
der Naturfreunde Österreich
(26. Juni 2009)
Gegendarstellung der
Freunde, Mitarbeiter und Experten
der Fritz-Moravec-Hochgebirgsschule
Aufgrund verschiedener Initiativen, die sich offensichtlich ohne Wissen über die Faktenlage und den Entscheidungsprozeß in der Naturfreunde Bundesorganisation, die „Rettung der Hochgebirgsschule“ zum Ziel gesetzt haben, sehen sich die Naturfreunde Österreich zu folgender Stellungnahme veranlasst:
Über die Faktenlage wissen wir, die wir viele Jahre und Jahrzehnte selbst an der Hochgebirgsschule als Berglehrer, bei der Instandhaltung, der Modernisierung der Häuser und der Haustechnik, aber auch in Logistik, Verwaltung und Marketing/Werbung/Akquisition mitgearbeitet haben, offenbar weit besser Bescheid als die, die jetzt die Schule liquidieren wollen und selbst höchstens ein paar flüchtige, oberflächliche Eindrücke davon haben (oder auch kurzsichtige eigene Interessen verfolgen wollen? Die Doppelfunktionen von hohen Funktionären bei Naturfreunden und beim Verbund, dem Eigentümer der Tauernkraftwerke Kaprun – siehe Post Scriptum auf Seite 7 – werfen da auch einige Fragen auf!)
Die heutige Eignung als Standort
Der Standort am Mooserboden ist heute für den Betrieb einer hochalpinen
Hochgebirgsschule leider nicht mehr geeignet: Wir sind einerseits mit einem
extremen Gletscherrückgang und andererseits mit der Problematik des Permafrost
konfrontiert.
Der Standort ist für den Betrieb einer Hochgebirgsschule bestens geeignet (siehe auch Empfehlung von Pit Schubert), um den Kursteilnehmern beizubringen, wie sie sich im alpinen Gelände bewegen können, ohne sich unnötig Gefahren auszusetzen.
Die Hochgebirgsschule hat Übungsgelände, Klettergärten und Gletscher so nahe vor der Haustüre wie kein anderes Haus! Ein Klettergarten ist 5 Minuten vom Haus entfernt, einer eine halbe Stunde und der dritte etwa 1 Stunde. Und der nächstgelegene Gletscher auch heute nur ca. eine Gehstunde von der Schule entfernt und ideal für EIS-EINSTEIGER.
Welches Haus kann das noch bieten? Im Anschluss gibt es stundenlange Gletscherübergänge. Am Wielingerkees kann man jetzt 25m hohe senkrechte Eiswände klettern. Und der Fochezkopf hat eine 400 m hohe und 50° steile Nordwand, die beliebtes Ziel für den Kurs Hochalpin (Eis) ist.
Außerdem ist der Moserboden Ausgangspunkt für Hochtouren auf mehr als 10 (zehn!) Dreitausender, zwei hochalpine Klettersteige und eine große Auswahl an Wanderungen.
Eine Vielfalt, die kaum ein anderer Standort Österreichs zu bieten hat. Zwei Klettergärten wurden angelegt (einer davon neu) und wo sonst kann man Kindern und Erwachsenen die Klimaveränderung, die wir auch in unserem Kursprogramm zum Thema machen, besser näherbringen, als hier im NATIONALPARK HOHE TAUERN?
Das Wiesbachhorn, wegen seiner Eiswand und dem Firngrat einst ein „überrannter“ Berg, präsentiert sich heute nur mehr als Geröllberg.
Die Wiesbachhorn-Nordwestwand wurde im Kursbetrieb nie geklettert! – Das Wiesbachhorn ist für den Kursbetrieb kein Thema!
Der „Seeweg“ stellt die wesentliche Verbindung zu den letzten Schnee- und Eisresten dar. Seine Begehbarkeit wird durch Steinschlag zunehmend problematisch.
Hier gibt es heute nicht mehr Steinschlag als vor 20, 30, 40 Jahren und wir üben auf dem Seeweg mit Kursteilnehmern das richtige Verhalten in diesem Gelände (Abstand halten, Aufmerksamkeit nach oben richten statt miteinander plaudern,…).
Wäre dieser Weg wirklich so gefährlich, wie ihn das Präsidiums der Naturfreunde Österreich beurteilt, müsste das Bergsteigerreferat unverzüglich den Alpenverein und die beteiligten Fremdenverkehrsverbände darüber informieren, damit in der internationalen „WERBUNG für GLOCKNER-RUNDE und ARNO WEG“, die hier verlaufen, sofort vor der Benützung dieses Weges gewarnt wird!
Die Hochblüte in den 1970er
und 1980er Jahren
Die Hochgebirgsschule erfuhr durch die internationale Reputation von Prof. Fritz
Moravec und seiner besonderen fachlichen Kompetenz im Bereich „Kinderbergsteigen
und Kinderseilschaft“ und bevor die Auswirkungen des Klimawandels sicht- und
spürbar wurden, ihre Hochblüte.
Genau diese Kompetenz im Bereich Kinderseilschaft, Jugendseilschaft, „Alpiner Grundausbildung“ ist nach wie vor die große Stärke der Fritz-Moravec-Hochgebirgsschule.
Es sind uns abschreckend viele Beispiele bekannt, wie anderswo Kurse für Kinder und Jugendliche geführt werden, die nach diesen Erfahrungen nie wieder auf einen Berg gehen wollen.
Von unseren Kursen schwärmen sie noch nach Jahren.
Der Klimawandel hat an diesen Kursen überhaupt nichts geändert.
Die Auslastung der letzten Jahre
In der Zeit nach Fritz Moravec, ab dem Jahr 1992, sind die Teilnehmerzahlen
kontinuierlich zurückgegangen. Heute gibt es im Wesentlichen mit der Deutschen
Schule Rom und den Schamanen nur mehr zwei fixe Gruppenbuchungen. Naturfreunde
Mitglieder, für die wir über viele Jahre und mit großen Mühen
die Hochgebirgsschule erhalten haben, blieben und bleiben immer mehr aus.
Diese beiden Gruppenbuchungen sind ein Grenzfall des Anzustrebenden, weil viele nicht organisierte Kursteilnehmer in dieser Zeit die Schule nicht nutzen können. Solche „Schließzeiten“ sind schlecht für’s Image – wirtschaftlich leider zuweilen notwendig, obwohl verbilligte Gruppenpreise den Ertrag schmälern. Wichtig sind die vielen gruppenunabhängigen, „einzelnen“ Kursteilnehmer, die oft aber mit der ganzen Familie anreisen.
Die Auslastung ist auch eine Frage der Werbung und der Akquisition – da sehen wir durchaus Verbesserungspotenzial. Und an vielen Beobachtungen erkennen wir, dass es die Nachfrage gibt – sie zu nutzen und zu pflegen ist der Schlüssel zum Erfolg. Nach unserer Einschätzung ist es jedenfalls durchaus möglich, die Schule an diesem Standort mit einigen Modifikationen in Betrieb, Organisation und Akquisition kostendeckend zu führen.
Die Nachfrage nach Hochgebirgsschulen ist insgesamt zurückgegangen, auch der ÖAV hat sein Ausbildungszentrum Rudolfshütte vor einigen Jahren aufgegeben.
... Und immerhin verkauft – nicht abgerissen! Derzeit dürfte sie aber gewinnbringend bewirtschaftet werden – von einem Geschäftsmann!
Die wirtschaftliche Situation
Die Hochgebirgsschule wurde von Charly Ölmüller in den Jahren seit
1993 mit viel Engagement geführt. Das ändert aber nichts an der Tatsache,
dass seit dem Jahr 2000 aus dem normalen Geschäftsbetrieb inklusive der
durchgeführten Reparaturen ein Verlust von insgesamt 90.000,– Euro erwirtschaftet
wurde.
Die „gestandenen“ Kaufleute in unserem Team sehen die erwähnten 90.000 € Defizit in 9 Jahren auch nicht so schrecklich, wie das Präsidium das darstellt, zumal dieses „Defizit“ zum großen Teil aus Investitionen und Instandhaltungen besteht, die langfristig die Betriebskosten senken (z.B. Warmwasserbereitung mit Solarenergie) und dazu geführt haben, dass sich die Häuser gutem Zustand befinden.
Im Jahr macht das Defizit nach Meinung der Bundesleitung also durchschnittlich 10.000 € aus. Das ist mit den aktuellen Preisen ein Einnahmen-Äquivalent von etwa 24 Kursteilnehmern im Jahr – oder 3 Kursteilnehmern in jeder öffentlich zugänglichen Kurswoche.
Drei Kursteilnehmer mehr pro Woche – und die Hochgebirgsschule schreibt „schwarze Zahlen“!
Das ist eine Größenordnung, die mit geeigneten Maßnahmen sicher zu schaffen ist – und wenn das läuft, wird’s sicher noch mehr – dann machen auch weitere Investitionen keine besonderen Probleme. Das ist der Schlüssel für die Zukunft – nicht das Zusperren.Wenn es dem Präsidium wirklich nur um die angeführten finanziellen Gründe geht, gibt es das Angebot eines unserer „Mitstreiter“, im Konsens mit dem fachlichen bewährten Team die Hochgebirgsschule in wirtschaftlicher und technischer Hinsicht zu übernehmen und sie innerhalb von 2-3 Jahren zu einem auch wirtschaftlich florierenden „Unternehmen“ zu machen!
Fritz Moravec hat mehrfach geäußert, er habe „für Renovierungen einen siebenstelligen Schillingbetrag angespart“. Nach glaubwürdigen Informationen sind diese Rücklagen zum größten Teil noch in der Bilanz der Naturfreund Österreich vorhanden. Andernfalls ergeben sich weitere Fragen: Sind die Rücklagen mit Kanal und Seilbahnbau bereits verbraucht? – Ist da verabsäumt worden, öffentliche Förderungen in Anspruch zu nehmen? Warum hat die Hochgebirgsschule keinen offiziellen Schutzhüttenstatus bekommen – und damit die Förderungsmittel für Schutzhütten? – Dabei liegt sie ideal am viel beworbenen und viel begangenen Arnoweg/Glocknerrunde!
Und jetzt sollen die vor (relativ) kurzer Zeit getätigten Investitionen (Seilbahn, Kanal, Solarthermie,…) schon wieder vernichtet werden? Haben die Naturfreunde so viel Geld, dass sie sich das leisten können? Oder verscherbeln sie bereits das „Familiensilber“ (zahlt der Verbund/TKW so viel dafür)?
Die Bausubstanz
Trotz laufender Reparaturen während der Betriebszeit durch Charly Ölmüller
neigt sich die aus den 1950er Jahren stammende Bausubstanz (Baubaracken aus
der Zeit des Kraftwerksbaus) laut kompetenter, vereinsinterner und externer
Baufachleute ihrem Ende zu.
Aus etlichen (Um-)Bauarbeiten kennen wir auch das „Innenleben“ der Häuser recht gut: Die Bausubstanz ist tatsächlich viel besser als ihre äußere Optik – zudem hat die Bauweise den Vorteil, dass lokale Defekte mit relativ geringem Aufwand saniert werden können.
Im Hochgebirgsklima halten Holzbauten extrem lange. Die meisten wichtigen Bauelemente sind aus Lärche – die hält „fast ewig“.
Auch der Komfort der Unterkünfte ist viel besser geworden – aber man sollte dabei auch bedenken, dass Menschen, die hierher „an den Busen von Mutter Natur“ kommen, nicht wirklich ein 5-Sterne-Hotel suchen.
Sind weitere Investitionen gerechtfertigt?
Wollte man die Hochgebirgsschule am Standort Mooserboden erhalten, müsste
die Naturfreunde Bundesorganisation aus Mitgliedsbeiträgen sehr hohe Investitionen
tätigen, die aus den genannten Gründen und für einen Betrieb
von maximal 3 Monaten nicht verantwortbar sind.
Große Investitionen werden in der nächsten Zeit nicht erforderlich sein. Und mit einer verbesserten Auslastung wird vermutlich das Meiste aus den Einnahmen zu finanzieren sein.
Grundsätzlich ist dem vorgebrachten Argument aber der gesellschaftliche Wert der in der Hochgebirgsschule seit vielen Jahrzehnten praktizierten Ausbildung entgegen zu halten: immer mehr Menschen gehen ins alpine Gelände, das sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert hat. Technische Hilfsmittel machen es möglich – mit dem Erfolg, dass auch jede Menge Unfälle passieren – meist auf „einfachen“ Wegen, nicht im extremen Gelände (das ohnedies nur Spezialisten aufsuchen).
Also ist es von enormer Wichtigkeit für die Gesellschaft, diesen Menschen die Fähigkeit zu vermitteln, sich diesem Gelände angepasst zu bewegen – und das kann man nur dort, wo es dieses Gelände gibt.
Das leistet das an der Hochgebirgsschule noch heute gültige pädagogische Konzept von Fritz Moravec ganz hervorragend.Die Berge sind anders geworden als vor einigen Jahrzehnten, es hat sich viel verändert – aber die Berge sind noch immer da und es gibt jede Menge Menschen, die sich gerne in dieser – veränderten – Umgebung bewegen.
Zweck der Schule war es immer, den Menschen beizubringen, wie sie sich in diesem Gelände bewegen können, ohne sich unnötig Gefahren auszusetzen.Und wenn es vielleicht irgendwann wirklich kein Eis und keine Gletscher mehr geben sollte auf dem Moserboden, dann kann man dem Eisklettern nachtrauern – oder die Menschen werden sich auf den darunter hervorgekommenen Formationen bewegen wollen – und nur in dieser Umgebung ist es möglich, ihnen das beizubringen.
Mit der Veränderung der Landschaft verändert sich dann auch das Ausbildungsprogramm.In diesen Aspekten der präventiven Unfallverhütung steckt auch ein großer Teil sozialer Verantwortung – was für eine Organisation, die sich der sozial(demokratisch)en Sphäre zurechnet, eigentlich selbstverständlich sein sollte.
Wir denken, das war auch ein (vielleicht nicht sehr deutlich ausgesprochener) Denkansatz von Fritz Moravec.
Dieses Geld würde zudem bei anderen notwendigen Investitionen, von denen große Teile unserer Mitglieder profitieren, fehlen.
Da ist einmal grundsätzlich die Frage zu stellen, ob ein Mitglied, das nach einem erfolgreich absolvierten Kurs an der Hochgebirgsschule in einer kritischen Situation keinen Bergunfall erleidet, davon nicht wesentlich mehr Nutzen hat als ein Mitglied, das an irgendeiner subventionierten „Wald-und-Wiesen-Aktivität“ teilnimmt. (Wenn auch eingeräumt wird, dass auch letztere Aktionen ihren Wert haben).
Die Frage nach der Anzahl der betroffenen Mitglieder stellt sich in diesem Falle überhaupt nicht. Jeder Unfall ist einer zu viel. Jedenfalls sind Aufwendungen dafür im Statut gedeckt:
§ 3 Ziel und Zweck des Vereins:
Der Verein, dessen Tätigkeit nicht auf Gewinn gerichtet Ist, bezweckt (unter anderem)
2. Naturerlebnisse auch dort zu vermitteln, wo dafür keine ökonomische Rentabilität gegeben ist
4. Sportaktivitäten in den Kernbereichen, Bergsteigen, Wandern, Sportklettern,“ (uam)§ 4 Mittel zur Erreichung des Vereinszwecks: (unter anderem)
2 a) Schaffung entsprechender Fachreferate und Errichtung von Schulungs-, Ausbildungs- und Trainingszentren für den Kletter- und Bergsport, Abhaltung von Kursen.
Soziale Überlegungen
Für die Naturfreunde Bundesorganisation war immer klar, dass vor einer
Pensionierung von Charly Ölmüller, die sich nunmehr für 2011
bzw. Anfang 2012 abzeichnet, eine Schließung der Hochgebirgsschule nicht
in Frage kommt. Charly wird bis zu diesem Zeitpunkt jedenfalls bei den Naturfreunden
in anderer Verwendung beschäftigt bleiben.
Das hindert aber einen Funktionär, der die Liquidation der Hochgebirgsschule betreibt, nicht daran, damit zu argumentieren, dass Charly Ölmüller „für 14 Gehälter im Jahr 12 Monate bei den Naturfreunden angestellt ist, aber nur 4 Monate an der Hochgebirgsschule arbeitet“. Dabei müsste gerade dieser Funktionär wissen, dass diese Konstruktion gewählt wurde, damit Charly nicht nur 4 Monate im Jahr angestellt ist, sondern das ganze Jahr über auch kranken- und pensionsversichert ist (bei gleichen Kosten).
Im Übrigen: wir gehen davon aus, dass auch Sie, die Sie dies lesen, und Ihre Kollegen für Ihre 14 Gehälter nur 12 Monate im Jahr beschäftigt sind. Das ist (außer bei Selbständigen) geltendes Recht in unserem Land.
Wer Charlys Arbeitsweise kennt, weiß, dass sein Arbeitstag an der Hochgebirgsschule (von Montag bis Freitag) etwa um 7 Uhr beginnt (bei einigen Kursen auch schon um 4 Uhr!) und praktisch nie vor 22 Uhr endet – das sind einmal (schwach gerechnet) 75 Stunden. Der Samstag dauert meist von 7 Uhr (Abreise der Kursteilnehmer) bis 19 Uhr (Rückkehr vom Einkaufen) – macht weitere 12 Stunden, mit dem für Samstag arbeitsrechtlich vorgeschriebenen Zeitausgleich sind das 18 verrechenbare Stunden. Und am Sonntag beginnt die (Verwaltungs-)Arbeit in der Regel um 10 Uhr und endet mit der Nachtruhe der neu eingetroffenen Kursteilnehmer kaum vor 22 Uhr – sind 12 Stunden, mit dem Zeitausgleich für Sonntagsarbeit sind das 24 Stunden.
Macht also zusammen 117 verrechenbare Stunden pro Woche. In den angeführten 4 Monaten (=17 Wochen) ergibt das die Summe von 1989 Stunden.
Da aber ein Arbeitsjahr typischerweise nur rund 1900 Stunden hat, fragen wir uns, was da von Charly in den restlichen knapp 7 Monaten (Urlaub abgezogen) erwartet wird – und auch in dieser Zeit arbeitet er einiges für die Hochgebirgsschule!
(Dass man um das in Rede stehende Gehalt heute nicht einmal eine Putzfrau bekommt, ist auch noch zu berücksichtigen!)Diese Argumentation Präsidiums bestärkt uns in der Vermutung, dass hinter der Aktion hauptsächlich persönliche Animositäten stehen und die finanziellen Aspekte als „Transportmittel“ benützt werden.
Der lange Weg bis zur Entscheidung
Kein Thema hat die Gremien der Naturfreunde Bundesorganisation in den letzten
Jahren so intensiv beschäftigt, wie die Vergangenheit, das Heute und die
Zukunft der Hochgebirgsschule. Jetzt haben die FunktionärInnen des Präsidiums
in voller Übereinstimmung mit den 9 Landesorganisationen, nach Abwägung
aller Argumente und auch unter Berücksichtigung vieler emotionaler Bindungen
zur Hochgebirgsschule, einhellig beschlossen, den Betrieb der Hochgebirgsschule
am Mooserboden mit Ende der Saison 2009 einzustellen und die Baulichkeiten zum
Abtrag und zur Rekultivierung der Liegenschaft freizugeben.
Wir würden gerne wissen, welche der angeblich eingebundenen Funktionäre wirklich für eine Entscheidung ausreichende Kenntnisse von den baulichen, technischen, wirtschaftlichen, betrieblichen und landschaftlichen Gegebenheiten haben.
Nach dem, was wir in Erfahrung bringen konnten, soll das Gelände nicht „renaturiert“, sondern von den Tauernkraftwerken betrieblich genutzt werden.
Die Naturfreunde weichen gehorsamst der Begehrlichkeit des Kapitals?
Welche Rolle spielen da die Doppelfunktionen von hohen Funktionären bei Naturfreunden und beim Verbund?
Die dabei gefundene Lösung hilft den Naturfreunden, weitere 150.000,– Euro für diese Tätigkeiten nicht investieren zu müssen.
Diesen massiven Investitionsbedarf sehen wir überhaupt nicht.
Wenn die Naturfreunde künftig alle Aktivitäten (und seien sie noch so vernünftig, gesellschaftlich nützlich und sinnvoll) einstellen, wenn sie Geld kosten, dann „Gute Nacht, Naturfreunde“.
Und: wofür zahlen wir unsere Mitgliedsbeiträge?
Das Erbe von Prof. Fritz Moravec
In welcher Weise die Leistungen von Prof. Fritz Moravec für den Alpinismus
und sein Erbe bei den Naturfreunden gewürdigt, erhalten und weiter entwickelt
werden können, wird einvernehmlich und ausschließlich mit der Familie
Moravec besprochen.
Die Nachkommen von Fritz Moravec unterstützen unser Vorhaben (siehe Link "Freunde, Mitarbeiter...)
Die Naturfreunde sollen auch in Zukunft
auf gesundem Fundament stehen
Entgegen vieler Gerüchte, Halbwahrheiten und einseitiger Sichtweisen, die
in letzter Zeit in Umlauf gebracht wurden, bekennen sich die entscheidungsbefugten
FunktionärInnen der Naturfreunde Österreich zu unangenehmen, aber
richtigen Schritten, denn auch der Alpinismus unterliegt einem gravierenden
Strukturwandel und davon ist auch die Hochgebirgsschule betroffen. Die Naturfreunde
werden so wie in der Vergangenheit auch in Zukunft in jene Maßnahmen investieren,
von denen unsere Mitglieder größtmöglichst einen Nutzen ziehen
und unserer Bewegung ein gesundes finanzielles, organisatorisches und inhaltliches
Fundament garantieren.

Dr. Karl Frais Prof. Sepp Friedhuber Reinhard Dayer
Bundesvorsitzender Bundesbergsteigerreferent Bundesgeschäftsführer
Auf die Strukturänderung des Alpinismus kann man am besten dort reagieren, wo Alpinismus stattfindet: in den Bergen (die Reduktion des Begriffes „Alpinismus“ auf Sportklettern in der Halle wäre uns ein Gräuel!).
Wir wiederholen das bereits erwähnte Angebot eines Kaufmanns aus unserer Mitte (auch mit viel Erfahrung in den technischen Belangen), die (organisatorische, wirtschaftliche und technische) Führung der Hochgebirgsschule im Konsens und im Zusammenwirken mit dem bewährten alpinen Team zu übernehmen und sie innerhalb von 2-3 Jahren zu einem zumindest selbsterhaltungsfähigen „Unternehmen“ zu machen.
Das ist in jedem Fall besser als die öffentliche Blamage durch das Zusperren und Abreißen einer bewährten und traditionsreichen Institution. Von einer wirtschaftlich lebensfähigen Fritz-Moravec-Hochgebirgsschule hätten die Mitglieder im Sinne der Unfallvermeidung den größeren (auch sozialen) Nutzen!
Das Team der
Freunde, Mitarbeiter und Experten
der Fritz-Moravec-Hochgebirgsschule
(Link: Wir über uns)
Post Scriptum:
Doppelfunktionen hoher Funktionäre bei den Naturfreunden und beim Verbund1) DI Dr. Heinz Kaupa, Stellvertr. Vorsitzender der Naturfreunde Österreich ist gleichzeitig Techn. Vorstandsdirektor der VERBUND-Austrian Power Grid AG und sitzt auch im Ausschuss des Österr. Wasser- und Abfallwirtschaftsverbandes für die EU-Wasserrahmenrichtlinie
2) Mag. Manfred Pils, Präsident der Naturfreunde Internationale ist beim Verbund Leiter der Abteilung Marktmanagement und Vorsitzender des Aufsichtsrates des Central Allocation Office (CAO GesmbH)
3) Reinhard Dayer, Bundesgeschäftsführer der Naturfreunde Österreich und DI Dr. Heinz Kaupa sitzen in der EVN-Energie AG im Beirat für Umwelt und soziale Verantwortung
4) Gerald Loidl, Schriftführer der Naturfreunde Österreich ist gleichzeitig im Aufsichtsrat der Kelag 2. Stellvertr. Vorsitzender